Förderverein SUZ Mitte

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Linné’s Heilkräutergarten

Linné’s Heilkräutergarten – Gesund bleiben mit den Schätzen der Natur für jung und alt

 

Wir leben in einer Zeit der Kontraste: Hochleistungsmedizin und pharmazeutische Spitzenprodukte auf der einen Seite und andererseits die Rückbesinnung auf alte Werte, überlieferte Weisheiten und Rezepturen. Was  auf den ersten Bilck als Wiederspruch erscheinen mag, gehört doch eigentlich zusammen. Die Heilpflanzen in unseren Gärten haben also auch weiterhin ihre Berechtigung und ihren Platz verdient.

Die Geschichte der Medizin und der Pharmazie ist über Jahrtausende hinweg mit der genauen Kenntnis der Wirkung Pflanzeninhaltsstoffen verbunden. Im Mittelalter fehlten aber noch die analytischen Möglichkeiten, über die wir heute so selbstverständlich verfügen.
In der Antike war die Botanik ganz überwiegend von der Medizin bestimmt. Griechische Naturforcher, wie der Arzt Hippokrates, beobachteten die Wirkungsweisen von Heilpflanzenarten mit großer Akribie und enormem Fleiß. Dem Stand der wissenschaftlichen Möglichkeiten entsprechend, handelte es sich aber weitgehend um eine phänomenologische Vorgehendweise. Ausgangspunkt war die Vorstellung von der Funktionsweise des Menschen und seiner Gesundheit als einem Gleichgewichtssystem von Ur-Elementen und deren Qualitäten: „feucht, Trocken, warm und kalt“. Die „Körpersäfte…Galle, Schleim und Blut“ wurden von diesen beeinflusst (Humoraltheorie). Die Pflanzen aus unserer Ernährung, aber auch speziell verabreichte Kräuter und Wildpflanzen konnten dieses System beeinflussen. Entscheidend waren nicht nur die Inhaltsstoffe der Pflanzenarten, sondern auch deren Konzentration bzw. Verdünnung („die Dosis macht das Gift…“).
Eine ganz andere Herangehensweise entwickelte sich im Mittelalter mit der sogenannten „Signaturenlehre“. Diese war jedoch keine naturwissenschaftliche Methode, sondern eher der Versuch die medizinischen Beobachtungen und Erkenntnisse zu interpretieren. Besonders der Name Paracelsus ist hier zu nennen. In der volkstümlichen Medizin wirkten diese Anschauungen aber noch lange nach, sowohl im Bereich der Homöopathie als auch in der anthroposophischen Medizin.
Bei der Überlieferung der jahrtausnede lang gesammelten Erfahrungen spielten vor allem die mittelalterlichen Klostergärten eine herausragende Rolle. Viele Klöster waren in gewisser Weise Krankenstation und Apotheke zugleich. Und die Medizin kam in der Zeit weitgehend aus dem Garten.
Mit Paracelsus begann aber auch die fortschreitende Betrachtung der Wichtigkeit der stofflichen Zusammensetzung und des Wirkprinzips pflanzlichen Tinkturen und Essenzen. So konnten in der Folge dieser Betrachtungsweise in den fogenden Jahrhunderten immer mehr Inhaltsstoffe der Heilkräuter analysiert werden. Es wurden bestimmte Wirkstoffklassen, wie die Glykoside, die Alkaloide oder die ätherischen Öle entdeckt Damit einhergehend wurde die Physiologie des Menschen mehr und mehr erforscht.
Heute spielen diese pflanzlichen Wirkstoffe in unzähligen Lebensmitteln, tagtäglich benutzten Salben und Hilfsmitteln aber auch in Medikamenten eine sehr große Rolle. Zum Schutz der Verbraucher müssen diese in der Deklaration der Produkte genannt werden und eine Heilwirkung darf nur benannt werden, wenn diese auch wissenschaftlich nachweisbar ist.